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Titel:     Wald der Echos
Regie     Luz Olivares Capelle
  original titel:
Wald der Echos
Jahr: 2016
Land: Austria
Länge: 30:00 min
Premiere: /
Medientyp: Film
Kategorie: Kurzspielfilm
Orig.Spr.: Deutsch
Credits  
Technische Daten  
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Synopsis
Wald der Echos
Eine junge Frau läuft durch den Wald, um die Wette, so scheint es, mit zwei jungen Männern. Lustvoll frohlockendes Laufen, langes Haar, rotes Kleid, Jules et Jim, doch plötzlich ist alles anders. Die Männer sind verschwunden, übrig bleibt eine Mamsell in Distress, der Film führt auf die Fährte des Horrors: am Flussufer entdeckt die junge Frau drei Kinderleichen. Doch mit einem harten Schnitt wird wieder alles anders: tableaux vivants dreier Nymphen, gar nicht tot sondern sehr lebendig, und voller makabrer, mystischer, und komischer Einfälle – die niemals kindisch sind.

Das Schauspiel in diesem ereignisreichen, in Ton und Bild auf Präzision inszenierten kinematografischen Kammerspiel könnte eindringlicher nicht sein. Kathrin Resetarits und Florian Lang überzeugen als genervtes, gelangweiltes Paar deren Beziehungschiffre zwischen Hippiesque und Bobotum angelegt ist; und die drei Mädchen (Jasmin Wallner, Calista Berger, Katherina Plaim) erschaffen mit ihrem schier unerschöpflichen Ausdrucksspektrum drei Figuren voller Komplexität und Beziehungshaftigkeit, drei Figuren, die den schmalen Grat zwischen Kinderspiel und Todeskonfrontation in atemberaubender Leichtigkeit meistern. Maria Luz Olivares Capelle gelingt es, in nur 30 Kino(!)minuten eine atmosphärische Dichte voller erzählerischer Stringenz herzustellen und dabei souverän gleich mehrere Gattungskonventionen zu dekonstruieren. Und dass dabei auch noch die Geschlechterverhältnisse klug kommentiert werden, ist eine besondere – weil nicht selbstverständliche – Freude. Ein Schauvergnügen für alle Sinne.

(Andrea B. Braidt)



Diagonale — Preis Bester Kurzspielfilm 2015/16

Die Begründung der Jury:
„Alles wird gut. Das Kino wird weiterleben. Und zwar wegen Filmen wie diesem. Es ist ein Film, der uns im wahrsten Sinne des Wortes bezaubert, ja inspiriert hat. Er schafft Bilder, die in ihrer Poesie und ihrem Witz einzigartig sind und einen nicht mehr loslassen. Das Publikum betritt eine Welt der grenzenlosen Fantasie und visuellen Intensität, die Welt dreier Kinder, die wir alle gerne wieder wären. Wir als Jury waren kurz davor, in Badeanzügen und mit Äpfeln in der Hand auf die Bühne zu kommen. Der Film erzählt direkt, kunstvoll und ohne jeglichen Pathos von Wirklichkeit und Magie, von Leben und Tod. Und obendrein wissen wir jetzt, dass die Seele zehn Zentimeter groß ist. Der Kurzspielfilmpreis der Diagonale’16 geht einstimmig und ohne jeden Zweifel an Maria Luz Olivares Capelle für Wald der Echos.“

Printgrafik: wald_der_echos_web.jpg

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  filmvideo.at // Wald der Echos erstellt am 2016-02-05 letzte Änderung am 2018-05-03