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Titel:     Poroerotus
Regie     Clemens Haider, Andreas Horvath
  original titel:
Proroerotus
Jahr: 2000
Land: Austria
Finland
Länge: 45:00 min
Premiere: /
Medientyp: Film
Kategorie: Dokumentarfilm
Orig.Spr.: keine angaben
Credits  
Technische Daten  
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Synopsis
Poroerotus
Zweimal im Jahr werden die Rentiere in Lappland von ihren Besitzern eingefangen und in Zäune getrieben. Dort werden sie gezählt und markiert. Dieser Vorgang heißt Proroerotus – die Rentierscheidung. Dabei werden den Tieren charakteristische Kerben in die Ohren geschnitten. Am Ende des Proroerotus werden die Schlachttiere ausgesondert und abtransportiert, der Rest der Herde wird wieder in die freie Natur entlassen.

Andreas Horvath und Clemens Haider begaben sich für fünf Monate in den Norden Europas, um die Geschichte der Rentierscheidung zu erzählen. Es ist eine Geschichte über die Beziehung zwischen Mensch und Tier, über Leben und Tod – über eine Männergesellschaft und ihr "Eindringen" in die finnische Taiga. Mit ungeheurer Brutalität bricht der Mensch dort in den Lauf der Natur ein. Davor und danach herrscht Stille.
Proroerotus ist ein poetischer Film. Der Erzählgestus entspricht mehr einem assoziativen Essay als einer Dokumentation. Die Themen der Menschen (ein missverständlich eingesteckter Kugelschreiber, ein beiläufiger Witz …) werden den Nöten der Tiere gegenübergestellt, für die sich die Lage im Zaun immer mehr zuspitzt.
Proroerotus ist ein Zeitdokument, das in seiner Direktheit dem Cinema Vérité oder den Filmen des Fotografen William Klein seine Reverenz erweist.

(Diagonale 2001)


Ein idyllisches Bild: Rentiere, die in einem Wald ihre Freiheit genießen. Bald schon setzt hektisches Herumhetzen ein. Die Tiere werden eingefangen und in Pferche getrieben. Sie werden gezählt und markiert, ein Ritual, das in Finnland Poroerotus (Rentierselektion) genannt wird. Andreas Horvath und Clemens Haider haben mit flexibler Handkamera und extremem Weitwinkelobjektiv einen Film in Form einer dreisätzigen Symphonie (Musik: Jean Sibelius) gedreht. In Bildern, die teilweise an die Grenze des Erträglichen gehen, gelingt es, einen Einblick in die Beziehung zwischen Mensch und Tier, zwischen Leben und Tod zu vermitteln. Die Lakonie der Schlachter, die Panik der Opfer - die Assoziationen könnten nicht eindeutiger sein.

(Markus Vorauer, In: OBERÖSTERREICHISCHE NACHRICHTEN, vom 27.2.2003)

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  filmvideo.at // Proroerotus erstellt am 2014-07-07 letzte Änderung am 2016-10-04