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Titel:     COKE
Regie     Dietmar Brehm
  original titel:
COKE
Jahr: 2013
Land: Austria
Länge: 03:32 min
Premiere: /
Medientyp: Video
Kategorie: Avantgarde/Kunst
Orig.Spr.: Kein Dialog
Credits  
Technische Daten  
Texte und Bilder  
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Synopsis
COKE
COKE ist der Remix einiger Sequenzen aus der PRAXIS-8, Szene 60: „Personal“ (5:40 Min., 2010). Das ursprünglich blaugefärbte Material im Format 4:3 transformierte ich auf 16:9 und färbte das Bild mit einem scharfen Rot monochrom ein. Ich konzipierte die düstere Matrix in Zeitlupe, als ein kreisförmiges Schnittgefüge, und vertonte COKE, mit zynischer Absicht betont kitschig. Dadurch wurde COKE, was er werden sollte: ein Beruhigungsfilm …

(Dietmar Brehm)


Und die Vögel haben gezwitschert. „Et les oiseaux chantaient“, ein süßliches Instrumentalstück mit diesem Titel, vor Urzeiten von der Schweizer Electronic-Listening-Combo Sweet People veröffentlicht, begleitet Dietmar Brehms Remix-Film COKE. Und sie singen wirklich, die lieblichen Vögel, während der Film seine mysteriösen Sequenzen ausbreitet – in Zeitlupe und in knalliges Rot gefärbt. Das Material stammt aus Brehms seit 2007 laufender Videoserie PRAXIS, von der bislang 16 Teile existieren. Szene 60 aus PRAXIS-8, die hier wiederverwendet wurde, enthält private (Selbst-)Aufnahmen des Filmemachers, teils in Verkleidungen, dazu das Brehm-übliche Strandgut aus Porno-Filmen – und das Mysterium einer zerknautschten Colaflasche. Diese wirkt tatsächlich so, als knicke oder schmelze sie gerade, ein Effekt in Folge von Bildüberlagerungen bzw. der extremen Verlangsamung, die Brehm neben der Streckung der ursprünglichen 4:3-Formats auf 16:9 dem Material angedeihen ließ. In zirkulärer Form angeordnet, beginnt der traumwandlerische Bogen, den COKE zieht, mit dem Bild einer Flamme, gefolgt von „Home Movies“ des Künstlers, dem Begutachten besagter Colaflasche, aus dem Pornomaterial extrahierten Handbewegungen und Blicken, sowie dem geloopten Ausdämpfen einer Zigarette in einem vollen Aschenbecher. In der Mitte des Films schließlich der Filmemacher mit Kühlmaske gegen Kopfschmerzen, gegengeschnitten mit einem Gorillakopf – als hätte sich der maskiert Schauende selbst beim Schauen ertappt und in sein (durch und durch ironisches) Gegenbild geblickt. Ab da geht es wieder rückwärts Richtung Anfang, bis hin zur rot glühenden Flamme, von der alles seinen Ausgang nahm. Währenddessen der synthetische Vogel-Sound sich nochmals in seiner Klebrigkeit steigert (kulminierend in verzückten Kuckucksrufen) und das Brehm-typische „Pumpen“ der Bilder, in heruntergefahrener Frequenz, mit einen Mal so etwas sie Sanftmut und Entspannung anzeigt. Von wegen „Coke“ – oder war das ohnehin nicht immer ein Beruhigungsmittel?

(Christian Höller)

Printgrafik: coke.jpg

deutsche druck version
   
  filmvideo.at // COKE erstellt am 2013-12-17 letzte Änderung am 2016-01-21