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Titel:     Vargtimmen - Nach einer Szene von Ingmar Bergman
Regie     Georg Tiller
  original titel:
Vargtimmen - Nach einer Szene von Ingmar Bergman
Jahr: 2010
Land: Austria
Länge: 06:20 min
Premiere: /
Medientyp: Film
Kategorie: Experimental
Orig.Spr.: Kein Dialog
Credits  
Technische Daten  
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Synopsis
Vargtimmen - Nach einer Szene von Ingmar Bergman
Vargtimmen – nach einer Szene von Ingmar Bergman ist die exakte Rekonstruktion einer Sequenz aus Bergmans gleichnamigen Film von 1968. Bild für Bild hat Georg Tiller mit seinem Kameramann Claudio Pfeifer die Einstellungen nachgedreht – mit dem entscheidenden Unterschied, dass es bei ihm keine Schauspieler im Bild zu sehen gibt. Nur Meer und Felsen in Schwarz-Weiß, schroffe Steinformationen, dazu eine sanfte Wasseroberfläche, vom Wind leicht bewegt. Die Musik- und Tonebene, auch im „Original“ ohne Dialog, wurde dabei aus dem Film übernommen und gibt der einsamen Landschaft erzählerische Struktur.
Konzentriert sich Bergman in Vargtimmen auf die Gesichter der Menschen, fokussiert Tiller in seinem filmischen Experiment auf den Raum, die Natur. Die Kamera gleitet über den kargen Landstrich, Steinplatten mit vielen Brüchen und Spalten liegen in der Sonne, bilden einen harten Gegensatz zum samtigen, fast schwarzen Wasser.
In Bergmans Film spielt sich vor diesem Hintergrund ein albtraumhaftes Drama ab: ein Mann erschlägt wie im Wahn einen Jungen, lässt den leblosen Körper dann ins Wasser gleiten. Ohne die handelnden Personen wird der Raum bei Tiller selbst zum Akteur. Die Kamera untersucht den Ausschnitt der Küste aus immer neuen Blickwinkeln, nimmt den Horizont malerisch ins Bild, dann ragen die Felsen wieder bedrohlich in den Himmel. Durch die Musik bekommen die Aufnahmen der menschenleeren Natur einen dramaturgischen Bogen, das Unglück der ursprünglichen Geschichte lässt sich erahnen. Zugleich tritt die filmische Abbildung der Landschaft selbst in den Vordergrund, wie eine leere Bühne, die zur Projektionsfläche wird.
Tiller entwirft eine Studie, die in ihrer konzeptuellen Strenge ein weites Feld an Assoziationen über Wahrnehmung, Darstellungsformen und über die Konstruktion filmischer Räume öffnet.
(Andrea Pollach)

Anhand einer shot für shot Rekonstruktion, einer Szene aus Ingmar Bergmans Film Vargtimmen (SF 1968) wird zunächst der gestische Code einer klassisch modernistischen Regie untersucht.
Diese Rekonstruktion wird unter Verwendung derselben technischen Mittel ausgeführt - Gleiche Brennweiten der Optiken, Beibehaltung der Kadrierung und Länge der Einstellungen sowie der Bewegungen der Kamera, die Körper der Schauspieler sind allerdings abwesend.
Rekonstruktion wird hierbei auch als Reenactment im Sinne eines Minoritär Werdens (Ingmar Bergman Werdens) des Rekonstrukteurs verstanden, der den Gestus einer Regiearbeit reenacted.
(Produktionsnotiz)


Printgrafik: vargtimmen.jpg

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  filmvideo.at // Vargtimmen - Nach einer Szene von Ingmar Bergman erstellt am 2010-04-16 letzte Änderung am 2017-04-06