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Titel:     Huh Huh 1976-1978
Regie     Dietmar Brehm
  original titel:
Huh Huh 1976-1978
Jahr: 2003
Land: Austria
Länge: 70:00 min
Premiere: / Austria
Medientyp: Film
Kategorie: Avantgarde/Kunst
Orig.Spr.: Kein Dialog
Credits  
Technische Daten  
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Synopsis
Huh Huh 1976-78
Wie sich das eigene Filmmaterial im Lauf der Zeit in "fremdes" Footage verwandelt, davon handelt Huh Huh, eine Fragmentumfilmung, die Dietmar Brehm an seinen Home Movies aus den siebziger Jahren vorgenommen
hat. Die Linzer Wohnung als eine "Factory" nutzend, drehte er damals mit Freunden mehrere Komödien, deren Inhalt mit dem Untertitel von Huh Huh als "Projekt Haut Test" beschrieben wird. Inzwischen existieren davon nur mehr Spuren. Das Genre, das wohl schon in den ursprünglichen Filmen verfremdet worden war, wird auf seine Ursprünge im stummen Slapstick zurückgeführt: Männer balgen miteinander, eine Bettwurst wird zur Waffe, eine Frau wird gefesselt und in letzter Minute gerettet. Fragmente einer Geschichte sind erkennbar, verlieren sich aber in einem Aktionismus ohne Ton. In das Schweigen hinein stellt der Umfilmer Brehm die Fragen, die er sonst zumeist an gefundenes Material richtet: Was widerfährt den Körpern, wenn sie auf Film gebannt werden? Wann wird die Sehnsucht nach Ewigkeit nekrophil? Der offensichtliche Unernst, der das "Projekt
Haut Test" geprägt hat, ist juvenil. Die männlichen Selbstdarsteller agieren offensiv, einer inszeniert sich eher androgyn, ein anderer imponiert mit Haarpracht bei der Nabelschau. Es gibt psychoanalytische Gags, der Duschkopf ersetzt das Genital, das Wasser den Strahl, das Gewehr den Phallus. Das Fernsehgerät öffnet dieses private Szenario auf die äußere Welt, deren Inbegriff Hollywood ist, der Ursprungsort jenes anderen "fremden" Materials, gegen das Brehm vor vielen Jahren seine eigenen Filme setzen wollte. Mit Huh Huh integriert Brehm nun Fragmente seines Frühwerks in seine Lebensbeschäftigung: sich Film anzueignen durch Verfremdung.

(Bert Rebhandl)

deutsche druck version
   
  filmvideo.at // Huh Huh 1976-1978 erstellt am 2003-12-19 letzte Änderung am 2016-01-18